01.05.2020 - Veränderung der Bedürfnisse durch Corona für die Zeit nach Corona

In einer aktuellen Studie wurden 30 individuelle Alltagsgeschichten analysiert – verteilt über fünf Regionen in Deutschland. Dabei wurden Bedürfnisfelder und Themen identifiziert, die die Menschen in der Tiefe bewegen. Aus den abgefragten Verhaltens-änderungen und den Wünschen der Studien-Teilnehmer konnten Post-Corona-Bedürfnisse identifiziert werden, die in fünf grundlegende Innovationsfelder zusammenfasst wurden (nachfolgend zitiert):

1. Rückbesinnung & Selfness:
Durch die kollektive Pause haben Menschen Zeit und Gelegenheit, in sich hineinzuhören und nach ihrem Biorhythmus zu leben. Gerade in der Krise versuchen sie, achtsam mit sich selbst umzugehen, sich Gutes zu tun – von Schlaf über Ernährung bis Sport. Dies ist ein Sprungbrett für Services und Tools, die dem Menschen dabei helfen zu entschleu-nigen und zu regenerieren, zum Wesentlichen zurückzufinden oder gar neue, kreative Seiten an sich zu entdecken.

2.Digitale Produkte & Services:
Die Akzeptanz digitaler Angebote ist enorm gestiegen – vom Online-Gottesdienst bis zum virtuellen Arztbesuch. Die Hürde, greifbare neue Services auszuprobieren, ist viel niedriger als bisher. Doch gleichzeitig hat die Krise die Erkenntnis gebracht, dass persönlicher Kontakt und physische Erlebnisse für die Menschen unersetzlich sind. Die Herausforderung der Zukunft wird sein, digitale Dienstleistungen zu kreieren, die physische Angebote sinnvoll ergänzen und nicht ersetzen.

3.Gesundheit & Sicherheit:
Für Risikogruppen bleibt Corona ein prägendes Erlebnis. Ob persönliche Hygiene, Monitoring-Systeme oder smarte Luftreinhaltung – viele Innovationen werden sich künftig um proaktiven Schutz für diese Zielgruppe drehen. Bei einigen Studienteilnehmern dominiert der Wunsch nach einer sicheren Versorgung, stabilen Lieferketten und weniger abhängigen Unternehmen. Ein Nährboden für neue Formen von Unternehmen und Produkten.

4.Ökologie & grüne Städte:
Die Krise macht die Auswirkung menschlichen Handelns in punkto Umwelt und die Selbstheilungskräfte der Natur eindrucksvoll sichtbar. Städte werden anders genutzt und anders erlebt. Der Spaziergang und das Fahrradfahren feiern ein Comeback. Diese Erfahrung wird sich auf die künftige Städteplanung und den Naturschutz auswirken – von neuen Naturbegegnungsstätten bis zu neuen E-Mobilitätskonzepten.

5.Soziales & lokales Handeln:
Der Lockdown hat gezeigt, wie wichtig sozialer Zusammenhalt und lokales Handeln sind. Die lokale Versorgungsstruktur erlebt eine Renaissance – auf neue, modern kreative Weise. Social Closeness statt Social Distancing, Nachbarschaftsnetzwerke, Zusammenschluss von lokalen Restaurants zu einem neuen Lieferdienst. Die nächste Zeit wird durch Innovationen geprägt, die soziale Verantwortung übernehmen.

Quelle: Bedürfnisstudie von Point Blank und Grabarz JMP in Planung + Analyse 28.4.2020
https://www.horizont.net/planung-analyse/nachrichten/beduerfnisstudie-von-point-blank-und-grabarz-jmp-wie-corona-unseren-alltag-und-konsum-nachhaltig-veraendert-182621


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